2017 · Band 3


Pathos / Passibilität

  • Herausgeber des Bandes:
    Jörg Sternagel, Michael Mayer


Menschliche Existenzen konstituieren sich im pathos (πάθος), das heißt im Widerfahrnis, in ethischen und aisthetischen Dimensionen singulärer Beanspruchung und erfahrener Passivität, in sinngebenden Setzungen, wider Erwarten, im (Er-)Leiden, vom Anderen her gedacht. Der Andere setzt sich in seiner Singularität und fordert Priorität: nicht als Bild meines Denkens, sondern in leiblich situierter Differenz. Weil der Mensch immer schon im nicht überwindbaren Unterschied zu einem Anderen steht, ist er in sich selbst nicht erfüllt, sondern begehrend.weiterlesen

2016 · Band 2


Techne/Mechane

  • Herausgeber des Bandes:
    Dieter Mer­sch, Michael Mayer

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Die im Zentrum des Bandes stehenden Begriffe von techne und mechane deuten mit Bezug auf eine Philo­­sophie des Tech­­nischen einen Gegen­satz an. Beide verweisen zwar auf Techniken bzw. tech­nische Arte­fakte; beide adressieren sie im Griech­ischen die Kunst bzw. Kunst­fertig­keit; und beide verengen sich in ihrer Fortschreibung in den philosophischen Diskursen des Mittelalters und der frühen Neuz­eit auf »Werk­zeuge« bzw. deren Gebrauch sowie den »Mechanismus« – bis hin zum mecha­nistischen, d. h. kausalis­tischen Welt­bild. Und dennoch meint die techne schon bei Aristoteles ein Wissen, das vor allem mit der poiesis, dem Schaffen oder Her­stellen zu tun hat, während die mechane die Theater­maschinen bezeichnet, die für Illusion und die Effekte der Über­wältigung sorgten.
Mit der Opposition von techne und mechane lotet das medien­philo­sophische Jahr­buch die Möglich­keiten und Grenzen der Technik und des Technischen aus, um deren Spanne zwischen Werken der Kunst und einem unver­hohlenen Illusio­nismus aus­zuloten.

2015 · Band 1


Einschnitte: Zur Genesis und Geltung medien­­­philo­­­­­sophischer Refle­xionen

  • Herausgeber des Bandes:
    Dieter Mer­sch, Michael Mayer

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Was Medien sind, welche Effekte sie auf das durch sie Hervorgebrachte, Vermittelte oder Dargestellte haben und wie diese Effekte zu beschreiben sind, ist eine der Grundfragen der Medienphilosophie. Eine andere, ebenso grundlegende Frage handelt von den Vokabularien, in denen wir von Medialitäten sprechen, von ihren Genesen und Geltungen, ihren Grenzen und Paradoxien. Medienphilosophie holt so den ausgebliebenen Grundlagendiskurs der Medienwissenschaften nach, fragt nach latenten begrifflichen Vorentscheidungen, nach Paradigmen medientheoretischer Reflexion, nach medialen Epistemologien oder sedimentierten Schichten unbedachter Philosopheme. Das äußerst dynamische Feld der Medien­philosophie bildet so ein kritisches wie produktives Unternehmen, das gleichermaßen in die Kultur- wie Bildwissenschaften, aber auch in die Sprach- oder Technik­philosophie ausgreift.